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Erfolgreiche Verlage verstehen es oft, die Trivialisierungsgeschichte eines Buches auf dessen Umschlags- oder Klappentexten bereits vorwegzunehmen. Ob allerdings die hier versprochenen »Schockwellen« die analysegläubige Gemeinde durchbeben werden, darf bezweifelt werden: Noch eine wissenschaftstheoretische Kritik der Psychoanalyse, gar ihrer Grundlagen? Hinterher wissen es wieder nur die Philosophen besser, und alles geht weiter seinen gewohnten Gang. In gewissem Sinne ist das bedauerlich. Denn mit derartigem Sensationalismus hat Grünbaums wertvolles Buch wenig zu tun. Es ist ein zwiespältiges Buch: Einerseits Wasser auf die Mühlen derer, die immer schon wußten, daß der Psychoanalyse nicht zu trauen ist, am wenigsten als einer Wissenschaft; andererseits eine entschiedende Absage an Alt-Kritikaster der Psychoanalyse wie Popper und Eysenck; trocken und abstrakt geschrieben — oft wie in großer Ferne zur analytischen Praxis — zugleich aber mit Freuds Werk so buchstäblich vertraut wie selten einer, der sich in Sachen Analyse zu Wort meldet; eine bornierte Abfertigung hermeneutischer Auffassungen der Psychoanalyse — zugleich aber voll von hermeneutischen Rekonstruktionen von Stücken der analytischen Theoriegeschichte. Grünbaums Kritik wird Verdrängungsvorgänge besonders bei denjenigen auslösen, die die Psychoanalyse mit Freud gleichsetzen. Sie werden auf diese Weise instruktive Lektionen verpassen, wie man an Freud einiges lernen kann, was man von Freud besser nicht lernen sollte.
Der Akzent liegt im Teil I des Buches auf Freuds methodologisch reflektierten, aber nach Grünbaums Einschätzung wenig erfolgreichen Versuchen, begründete Zweifel 1. am Belegwert klinischer Daten und 2. an der Heilwirkung von Einsicht zu zerstreuen. Freuds Verweis auf Therapieerfolge als Beleg dafür, daß seine klinische Methode nicht nur zu selbsterfüllenden Prophezeiungen, verzerrenden Interpretationen klinischer Daten, Artefakten der Übertragung und subtilen Suggestionserfolgen führe, stehe empi