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Der Verlag offerierte dieses Buch als Einführungsexemplar mit dem Hinweis, daß »hier erstmals die gesellschaftlichen und institutionellen Bedingungen, unter denen Supervision stattfindet, ausführlich Berücksichtigung« finden. Da die Herausgeber anscheinend der gleichen Meinung sind, habe ich mich entschlossen, wider die Weisheit des Volkes, daß man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul schaue, dies hiermit dennoch zu tun. Nach der Lektüre der verschiedenen Beiträge fragt man sich, weshalb dieses Buch eigentlich gemacht worden ist. Weil der Markt für bestimmte Berufsgruppen hier eine Möglichkeit bietet, sich zu profilieren und zu etablieren? Weil das Thema »Supervision und Psychoananalyse« für Analytiker und für Nicht-Analytiker offensichtlich ein Thema ist, mit dem sich zu beschäftigen für die einen wie für die anderen von Interesse ist? Supervision scheint ein Praxisfeld zu sein, in dem die Analyse »ohne Couch« angewandt werden kann, ohne daß dabei Wesentliches von der Identität als Analytiker aufgegeben werden müßte Das Bedürfnis, hinter der Couch hervorkommen zu düfen und »aktiver« in psycho-soziale Prozesse eingreifen oder zumindest Einfluß nehmen zu können, könnte ein Kompensationsversuch der Ohnmacht sein, reale gesellschaftliche Verhältnisse, wie sie sich in Analysen widerspiegeln, nicht direkt beeinflussen zu können. Diese Anwendung der Analyse ist dringend erforderlich.
Es fragt sich allerdings, warum T. Bauriedl ihren Beitrag über »Veränderungsprozesse in Balint-Gruppen« hier zum dritten Mal veröffentlichen läsZt Auch der Beitrag von W. Münch über »Die Arbeit mit Lehrern in Supervisionsgruppen« enthält nichts Neues. Nur seine Praxisbeispiele haben sich geändert. Ebenso ist die Arbeit von F. Wellendorf über »Supervision als Institutionsanalyse« im Prinzip Altes und dient als Beispiel aus der Praxis eines Hochschullehrers mit einer bestimmten Praxisfeldaufgabe. Alle diese Beiträge sind informativ und zur Einführung in die Problemzusammenhänge der Supervision