You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Freud hat das Fundament der Persönlichkeitsstruktur triebtheoretisch gefaßt. Mit dem Begriff des Narzißmus hat er einerseits den Ausgangspunkt der Persönlichkeitsentwicklung markiert, andererseits aber auch Inhalte einer bestimmten Erlebnisfigur bezeichnet. Sein hartnäckiges Bestreben, die Narzißmus-Frage mit der Libido-Theorie zu verschränken, wurde von Anfang an heftig bekämpft. Zu erinnern ist daran, daß die ersten großen Dissidentenbewegungen in der Psychoanalyse gerade auch mit der Lösung der Narzißmus-Problematik zu tun haben; jedenfalls hat Freud nicht von ungefähr wichtige Punkte der Kontroverse mit Jung und Adler in seiner berühmten Schrift »Zur Einführung des Narzißmus« aus dem Jahre 1914 diskutiert. Auch in der nachfreudschen Ära sorgten die Beiträge zur Frage nach dem Verhältnis von Trieb und Narzißmus für Bewegung in der psychoanalytischen Diskussion. Folgenreich war vor allem der von der Arbeitsgruppe um Joffe und Sandler in den sechziger Jahren eingebrachte Vorschlag einer Neuorientierung: dem von Freud libidotheoretisch entwickelten Regulationsprinzip des psychischen Apparates, dem Lust-Unlust-Prinzip, wurde ein zweites Regulationsprinzip gleichberechtigt zur Seite gestellt, das mit den Stichworten Konstanz des Selbstbildes, Regulierung des Selbstwertgefühls, psychisches Wohlbefinden etc. umschrieben ist.
Der Leser dieser Zeitschrift ist mit den weiteren Etappen in der Diskussion dieses Zusammenhangs des öfteren konfrontiert worden. Was zunächst noch als