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Arentewicz und Schmidt geben mit vorliegender Publikation ein Lehrbuch für Ärzte, Psychotherapeuten, Ehe- und Lebensberater heraus. Sie veröffentlichen damit Erfahrungen in der Ambulanz und Sexualberatungsstelle der Abteilung für Sexualforschung der Universität Hamburg. Die an dieser Beratungsstelle durchgeführten Therapien konzentrieren sich von ihrem Anspruch her auf die sexuelle Problematik von Paaren. Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Paaren zu leisten, die sich durch die gestörte Sexualität beeinträchtigt fühlen. Die Mitarbeiter kommen von ihrer Ausbildung her aus den verschiedensten Schulrichtungen (VT, GT, Psychoanalyse), alle hatten aber an einer Weiterbildung in Sexualtherapie teilgenommen.
Zunächst beschreiben Arentewicz und Schmidt eingehend die Symptomatik bei diesen Paaren. Die Variationen sind hier sehr groß; hervorzuheben ist, daß bei der Darstellung der Symptomatik nicht nur die gestörte sexuelle Funktion als solche, sondern auch deren oft schwerwiegende seelische Begleiterscheinungen berücksichtigt werden. Bei der Frau treten am häufigsten sexuelle Lustlosigkeit und Vaginismus auf, beim Mann Erektionsstörungen und Ejaculatio Praecox. Meist handelt es sich bei den Fallbeispielen um Paare, die jahrelang ohne Hilfe lebten und schließlich so verzweifelt waren, daß sie sich mit einem in der Gesellschaft noch immer stark tabuisierten Problem an die Beratungsstelle wandten. Dem Kapitel über Symptomatik folgt eine Darstellung der möglichen Ursachen der gestörten Sexualität. Der seelische, lebensgeschichtliche, soziale und kulturelle Hintergrund wird beleuchtet. Organische Ursachen, so Arentewicz und Schmidt, sind neben psychosozialen Faktoren von relativer Bedeutungslosigkeit.