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In der kritischen Stellungnahme von Frau Stingl sind einige Thesen aus meinen Arbeiten angesprochen, die gelegentlich Anlaß zu Mißverständnissen geben. Ich greife deshalb die Gelegenheit zu einer Antwort gerne auf und hoffe, dadurch zu einem besseren Verständnis meines Konzepts beizutragen.
In meinen Veröffentlichungen zur »Beziehungsanalyse« wollte ich tatsächlich keine alte oder neue therapeutische Methode beschreiben, sondern auf eine mir für die Psychoanalyse essentiell erscheinende Haltung aufmerksam machen, die die Veränderung im psychoanalytischen Prozeß möglich macht. Diese von mir als fragend, dialektisch oder auch emanzipatorisch gekennzeichnete Haltung des Analytikers unterscheidet nach meinem Verständnis Psychoanalyse konzeptuell von anderen psychotherapeutischen Methoden, wenngleich sie natürlich de facto in therapeutischen Beziehungen anderer Schulen auch anzutreffen ist und in einer psychoanalytischen Therapie durchaus nicht durchgängig aufrechterhalten werden kann. Bei der Beschreibung des psychoanalytischen Prozesses als grundsätzlich emanzipatorisch, ideologiekritisch und in diesem Sinne revolutionär ging es mir und geht es mir darum, zu zeigen, daß die Herstellung eines (therapeutischen) Soll-Zustandes und jede zur Erreichung dieses Soll-Zustandes eingesetzte therapeutische Strategie dem Grundprinzip eines Prozesses mit offenem Ausgang widerspricht.
Frau Stingl beklagt, daß in meinen Veröffentlichungen keine therapeutische Intervention, keine Technik beschrieben wird und behauptet gleichzeitig, daß es eine solche Technik aber insgeheim doch gebe — weil es sie geben muß? Ich habe den Eindruck, daß dieser Vorwurf und auch die Suche nach einer geheimen Strategie der Psychoanalyse immer wieder damit zusammenhängt, daß es schwer auszuhalten ist, daß es keine