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Ernest Borneman ist für seine Forschungen zur Sexualität bekannt. In seinem neuesten Buch legt er Fakten zum Geschlechtsleben des Kindes dar. Sexualpädologie ist die Wissenschaft von der gesunden geschlechtlichen Entwicklung des Kindes. Sie untersucht diejenigen Bedingungen, die gegeben sein müssen, damit das Kind, der spätere Erwachsene, sich ein befriedigendes Sexualleben gestalten kann. Borneman stellte fest, daß die heutige Sexualerziehung in vieler Hinsicht scheitert. Dieses Scheitern darf nicht einfach als Unvermögen der Eltern oder Lehrer verstanden werden, jedenfalls nicht losgelöst von gesellschaftlichen Zusammenhängen, von Normen, in denen diese Eltern und Lehrer aufgewachsen sind und leben. Das Versagen der Gesellschaft besteht, so Borneman, darin, daß sie den Forschungsbereich der Sexualpädologie nicht fördert.
Aus der Fülle von Material, das Borneman zu dieser Thematik zusammengetragen hat, sei hier nur einiges angedeutet: biologische Grundlagen der menschlichen Sexualentwicklung; Darstellung, Kritik und Erweiterung der Freudschen Libidotheorie; Problematik des Sexualunterrichtes. Diese Kapitel berücksichtigen in besonderem Maße die Lehrerausbildung. In Bornemans plastischer Ausdrucksweise lautet das: »In manchen Ländern wird der Lehrer in den Hechtteich des Sexualunterrichtes geworfen und muß schwimmen oder untergehen. Oft geht er unter …« Des weiteren: das kindliche Lernen allgemein, zusammengefaßt in der Formel: Das Kind lernt nur von dem, den es liebt; Kinder- und Jugendprostitution (für Lehrer, Erzieher, Eltern sehr informativ); eine Sammlung von Versen, die die intensive Beschäftigung des Kindes mit sexuellen Fragen und Beobachtungen ganz offenkundig werden läßt.
Als psychoanalytisch orientiertem Sexualforscher ist Borneman an psychischer Gesundheit gelegen. In der Diskussion berücksichtigt er die Struktur unserer Gesellschaft, die vielfach durch Druck und Zwangsmaßnahmen psychische Erkrankung fördert, in angemessener Weise — für Borneman, der dem m