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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Das scheint auch für Seelentrips zu gelten, zumal, wie Dominique Frischer vermutet, Analysen heutzutage die einzige Art echter Abenteuerreisen darstellen, bei der man weder Verlauf noch Kosten und Dauer vorausplanen kann. Wenn Analysanden aber nicht von sich aus Berichte veröffentlichen, wie soll man dann mit ihnen in Kontakt kommen? Von Psychoanalytikern bekommt man keine Adressen. Frau Frischer hat es mit Anzeigen in mehreren Zeitschriften versucht und viele Zuschriften bekommen. 30 Analysanden und ehemalige Analysanden, je 15 Frauen und 15 Männer, hat sie ausführlich interviewt. Mit weiteren 30, die sich auf Grund von Anzeigen eines analysierten Bankiers in Le Monde und im Nouvel Observateur zu einer Art Club ehemaliger Analysanden zusammengeschlossen haben, hat sie gesprochen. Repräsentativ ist die Untersuchung damit zwar nicht, aber aufschlußreich gleichwohl.
Das Material aus den Interviews ist systematisch drei Fragenkomplexen zugeordnet: 1. Warum wurde eine Analyse aufgenommen? Welche Erwartungen waren damit verbunden? Wann, wie und bei wem wurde die Analyse angefangen? 2. Wie werden der Psychoanalytiker, das Setting, die Kosten und der Verlauf der Analyse eingeschätzt? 3. Wann und warum wurde die Analyse beendet? Was hat sie bewirkt? Hat sich die Mühe gelohnt? In diesem letzten Teil wird auch die Frage beantwortet, ob sich die politischen Einstellungen und das politische Engagement der Analysanden im Verlauf der Analyse verändert haben. Ein beträchtlicher Teil der Interviews bringt dem mit der Praxis der Psychoanalyse vertrauten Leser nicht viel Neues (z. B. welche Art von Problemen die Analysanden zum Analytiker geführt haben oder wie schwierig und schmerzlich es sein kann, die Analyse zu beenden). In den Berichten aus dem Alltag psychoanalytischer Praxis aus der Sicht der Analysanden werden allerdings auch Einzelheiten erwähnt, die überraschen, zumal ihre Glaubwürdigkeit