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In seiner Arbeit »Nachahmung, Spiel und Traum. Die Entwicklung der Symbolfunktion beim Kinde« macht Jean Piaget eine interessante Bemerkung: »[…] inzwischen ist die Zeit gekommen, die Vorurteile und auch die Tendenz der Abkapselung zu vergessen, um den Teil der Freudschen Lehre in die Psychologie zu integrieren, der seine Gültigkeit bewahrt hat. Dieser integrierbare Teil besteht in der Methode und den beobachteten Tatbeständen. Diese sind unwiderlegbar. Um sie kennenzulernen, genügt es, sich selbst einer »Lehranalyse« zu unterwerfen. Hier muß man hindurch, und wenn man diese conditio sine qua non, nämlich den direkten Kontakt mit den Fakten versäumt, so begibt man sich in die Situation der Philosophen, die von Wahrnehmung reden, ohne je eine Schwellenmessung im Labor durchgeführt zu haben« (1959, S. 236). Piaget, der hier so nachdrücklich die persönliche Kenntnis des empirischen Korrelats der psychoanalytischen Theorie fordert, schreibt als einer, der weiß, wovon er redet. Daß wir inzwischen wissen, worauf er sich hierbei implizit beruft — nämlich auf seine eigene Lehranalyse bei Sabina Spielrein —, verdanken wir der Wiederentdeckung dieser russisch-jüdischen Psychoanalytikerin, die 1904 Patientin Jungs im Burghölzli wurde, später bei Bleuler mit einer Arbeit »Über den psychologischen Inhalt eines Falles von Schizophrenie« promovierte, vorübergehend dem Kreis um Freud in Wien angehörte, in Genf praktizierte, um endlich — nach der Revolution — in ihrer russischen Heimat (in Moskau und Rostow) als Theoretikerin und praktizierende Analytikerin weiterzuwirken, bevor sie 1941 — die Psychoanalyse ist unter Stalin längst verboten, drei ihrer Brüder sind dem stalinistischen Terror zum Opfer gefallen — von deutschen Soldaten als Jüdin in einer Synagoge ermordet wird. Es ist das Verdienst dreier »kleiner« Verlage, das Erbe dieser bewundernswerten Frau — zusammen mit Fakten aus ihrem ereignisreichen Leben — dem interessierten Leserkreis wieder zugänglich gemacht zu haben. Die