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Tilman Moser hat in seiner Anfang 1987 erschienenen Streitschrift »Der Psychoanalytiker als sprechende Attrappe« anhand des Buches der Pariser Analytikerin Joyce McDougall »Plädoyer für eine gewisse Anormalität« die Psychoanalyse, die sich als bloße Sprachanalyse versteht, einer heftigen Kritik unterzogen. Moser bezeichnet es als widersprüchlich, »sich behandlungstechnisch antisprachlichen Störungen auf nur-sprachliche Weise zu nähern« (1987., S. 49). Die lapidare Grundthese seiner Arbeit lautet: »Die methodengläubige Sterilität eines idealisierten Standard-Verfahrens fügt dem schwer leidenden Patienten das kumulative Trauma, wegen dessen er den Analytiker aufsucht, noch einmal zu« (1987., S. 17). Erlebnisberichte von Analysanden — man denke etwa an die Abrechnung mit der deutschen Psychoanalyse von Dörte von Drigalski, »Blumen auf Granit« (1980) — scheinen seiner These recht zu geben. Mosers Polemik ist jedenfalls geeignet, eine Diskussion über diese auch von körperorientierten und klientenzentrierten Therapierichtungen immer wieder vorgetragene Kritik zu eröffnen. Moser, der viel zum öffentlichen Verständnis der Psychoanalyse beigetragen hat (vgl. ders., 1974) und der die psychoanalytische Theorie nach wie vor als die »differenzierteste Beschreibung und Erklärung des menschlichen Seelenlebens« anerkennt (1987, S. 8), bezieht seine Kritik vor allem auf die psychoanalytische Praxis mit »psycho-somatisch« strukturierten Patienten, »bei denen psychische und somatische Erfahrung auseinanderzufallen scheinen« (1987, S. 11). Es sind vor allem zwei Punkte, die Moser in »Der Psychoanalytiker als sprechende Attrappe« immer wieder erwähnt: 1. Die Psychoanalyse treibt mit einer nährwertlosen Deutungsartistik aufgrund eines oft vor- und übergreifenden theoretischen Homunkulus im Kopf des Analytikers lediglich die Verwörterung seelischer Probleme voran (vgl. 1987, S. 87). 2. Das klassische psychoanalytische Setting schließt averbale Erfahrungen weitgehend aus; insbesondere fehl