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Georg Groddeck ist uns zunächst als Kuriosum der Psychoanalyse und phantastischer Romantiker des Unbewußten bekannt geworden. Seine eigentliche Bedeutung liegt jedoch in der konsequenten Anwendung psychoanalytischen Gedankengutes auf körperliche Krankheiten. In den letzten Jahren wurde er somit auch als einer der ersten Wegbereiter der Psychosomatik in Deutschland wiederentdeckt. Erst kürzlich wurde in einer wichtigen Arbeit von Will (»Die Geburt der Psychosomatik«) diese Bedeutung Groddecks wieder einem größeren Publikum bekannt gemacht. Der hier vorliegende »psychoanalytische Roman« ist das einzige literarische Werk, das Groddeck veröffentlicht hat. Und es nimmt in seinem Gesamtschaffen keine zentrale Stellung ein. Es stammt aus dem Jahr 1923, der Zeit, in der Freud seine Schrift »Das Ich und das Es« herausbrachte und sich von den theoretischen Vorstellungen Groddecks absetzte. Damals kam es zum Bruch zwischen den beiden Forschern, auch wenn Freud den klinischen Bemühungen Groddecks weiterhin großen Respekt entgegenbrachte. Groddeck verharrte auf einem sehr frühen Stand theoretischer Begriffsbildung in der Psychoanalyse. Gerade das Thema sexueller Symbolik unbewußter Phänomene ist bei ihm allumfassend und immer wiederkehrend beschrieben worden. Um die Rechtfertigung dieser speziellen psychoanalytischen Eigenart geht es auch in diesem Roman. Er hat für Groddeck auch ausdrücklich fachliche Bedeutung, er versteht ihn als eine Verteidigung seiner Lehre, und in einem apologetischen Schlußwort wehrt er sich nochmals gegen die Vorwürfe der Einseitigkeit, die ihm von verschiedenen Seiten gemacht worden seien.
Die Sexualität, so betont er dort, sei nur deshalb verpönt und wird als etwas Unanständiges angesehen, weil sie aus dem alltäglichen Leben ausgegliedert worden sei.
Deren Wiedereingliederung hat sich Groddeck zur Aufgabe gemacht. Er strebt Ganzheitlichkeit an, was für ihn heißt: Sexualisierung aller Lebensbereiche. Er deutet das Nasenbluten als hermaphroditisches Zeich