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Die sogenannte »Kognitive Wende« zwingt die nomothetisch-empirische Psychologie erneut dazu, sich mit dem Problem der Veridikalität verbaler Berichte von Personen über ihre gedanklichen und gefühlsmäßigen Vorgänge auseinanderzusetzen. Die Sozialpsychologen R. E. Nisbett und T. Wilson (Psychol. Review, 1977, S. 231-259)
haben in diesem Zusammenhang die Auffassung vertreten, daß verbale Berichte über Gedanken und Gefühle in der Regel unzutreffend seien, und damit bei feuilletonistischen Kritikern der Psychoanalyse ein dankbares Echo gefunden. Die Autoren des vorliegenden Buches vertreten demgegenüber eine moderatere Position. Ausgehend von der Überzeugung, daß ein erneuter Anti-Introspektionismus zu einer nahezu vollständigen Ausblendung der wichtigsten Bereiche menschlichen Erlebens und Handelns aus der psychologischen Forschung führen würde, versuchen Ericsson und Simon die Bedingungen der Veridikalität verbaler Berichte differenzierter anzugeben. Dies geschieht im wesentlichen unter Rückgriff auf ein Mehr-Komponenten-Modell des Gedächtnisses, das Annahmen über Prozesse der Informationsverarbeitung beinhaltet. Dieses Modell wird in einem zusammenfassenden Einleitungskapitel entwickelt und an Beispielen von Protokollen des »lauten Denkens« aus der Forschung zu Denk- und Problemlösungsprozessen erläutert und überprüft. In weiteren Kapiteln diskutieren die Autoren die Frage des Einflusses der Verbalisierung auf den zu berichtenden kognitiven Vorgang und das Problem der Vollständigkeit verbaler Berichte. Sie skizzieren weiterhin Bedingungen, die adäquate Schlußfolgerungen aus verbalen Berichten erlauben, und entwickeln ein theoretisches Modell der Verbalisierung von Prozessen des Problemlösens. Den Abschluß des Buches bilden zwei Kapitel zu speziellen Techniken der Analyse von Protokollen »lauten Denkens«, die illustrieren, wie sich hierbei relevante kognitive Prozesse identifizieren lassen.
Insgesamt gesehen läßt sich die von den Autoren vertretene Position durch die