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Hinter dem eher bescheiden anmutenden Titel verbirgt sich die bisher wohl umfassendste und am gründlichsten recherchierte Monographie über das psychoanalytische Ausbildungssystem und das Berufsbild des Psychoanalytikers. Der Autor ist als langjähriger Lehranalytiker und Dozent am Institut für Psychotherapie Berlin tätig und verfügt über eine breite Gremienpraxis innerhalb dieses größten Ausbildungsinstitutes der DGPPT.
Vor diesem Erfahrungshintergrund entstand die Ausgangsfrage nach den Voraussetzungen und Methoden der Auswahl von Bewerbern zur psychoanalytischen Ausbildung. Die Frage wird kontrovers diskutiert, seit sich nach der »prähistorischen Phase« (Balint) die Psychoanalyse ab 1920 in ihren Ausbildungsinstituten eine feste Organisationsform geschaffen hat. Die Untersuchung von Pollmann gibt nicht vor, eine gültige Lösung für dieses zentrale Ausbildungsproblem anbieten zu können. Aber in ihr werden drei wichtige Schritte unternommen, um das Problem in seinen subjektiven Verflechtungen zunächst besser zu verstehen, um es einer objektiven Überprüfung und Lösung näherzubringen.
Der erste Schritt »Entstehung und Entwicklung der psychoanalytischen Weiterbildung« (Kap. 2) zeichnet in einem gründlichen Überblick die historischen Bedingungen nach, unter denen sich die Psychoanalyse vom lockeren »Mittwoch-Kreis« um Freud bis zu den heute durchorganisierten Instituten in Europa und Amerika entfaltet hat. Durch eine profunde Literaturkenntnis über das internationale Schrifttum gelingt dem Autor hier eine dichte Beschreibung der Vielschichtigkeit dieser Entwicklung. Zum einen bestimmen auf einer subjektiven Ebene die Persönlichkeitsstrukturen einzelner Analytiker und ihrer Schüler den Lauf der Geschichte der Psychoanalyse, die sich »als ein fortgesetzter Kampf zwischen Orthodoxie und Abfallbewegung darstellen läßt« (S. 1); zum anderen