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»Unbewältigte Vergangenheit ist stets die Quelle falscher Politik« — dieser Satz aus einer Buchbesprechung in Heft 1 von »1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts« könnte als Motto für die Zielsetzung dieser Zeitschrift verstanden werden, und zwar in zwei Richtungen: Bereitstellen von Materialien zur Bewältigung von Vergangenheit und zur Denunziation falscher gegenwärtiger Politik. Als Herausgeberin zeichnet die »Hamburger Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts« (vormals »Dokumentationsstelle zur NS-Sozialpolitik«); von ihr ediert werden auch die OMGUS-Bände sowie eine Schriftenreihe, u. a. mit einer Studie über Frauenbiographien des Nationalsozialismus.
Ein Teil der Beiträge aus Heft 1 befaßt sich mit Spezialfragen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Friederike Littmann untersucht die Beschäftigung von Ausländern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen als Zwangsarbeiter im Flick-Konzern. Der Arzt und Historiker Karl Heinz Roth schreibt über die Entwicklung Viktor von Weizsäckers, einer bedeutenden Figur der »neuen deutschen Seelenheilkunde«. Diese beiden Aufsätze sind von höchst aktuellem Interesse, beinhalten sie doch unübersehbare Argumente gegen in jüngster Zeit wiederaufgenommene Versuche, den Nationalsozialismus und dessen historische Wirksamkeit zu verharmlosen bzw. ihn als einmalige Entgleisung in der deutschen Geschichte zu bagatellisieren. Littmann geht es nicht allein darum, aufgrund zahlreicher Dokumente aufzuzeigen, wie Zehntausende von Zwangsarbeitern sich in einer rechtlosen, physisch und psychisch katastrophalen Situation befanden, wie sie Schwerstarbeit in 10- bis 12-Stundenschichten leisten mußten und wie dem Flick-Konzern aus dieser Arbeit außerordentlich hohe Gewinne zukamen. Als ebenso wichtig bewertet sie die Tatsache, daß Friedrich Flick 1947 zwar vom amerikanischen Militärgerichtshof verurteilt wurde, sich jedoch wegen Befehlsnotstand als nicht schuldig betrachtete und keine Entschädigungen zahlte. Von ein