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Manchmal verdichtet sich eine Zeitepoche in einer Persönlichkeit und gewinnt durch deren Lebensschicksal Profil. So verhält es sich bei Karl Landauer, der 57jährig in Bergen-Belsen umkam. H.-J. Rothe ist mehr als die Nacherzählung von Landauers Lebensgeschichte gelungen. Er zeichnet mit Liebe für das Detail ein Bild der Pionierphase der Psychoanalyse in Deutschland unter den besonderen Bedingungen, die sie in Frankfurt vorfand und später im Immigrationsland Holland. Seine Spurensuche und Spurensicherung vermeidet gewagte Konstruktionen oder spekulative Interpretationen. Unaufdringlich wird der Leser vom Schicksal des jüdischen Arztes und Psychoanalytikers angerührt, entrollt sich vor seinen Augen Entwicklung, Wirken, Verfolgung und Vernichtung Landauers.