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In der psychoanalytischen Literatur hat sich die Diskussion um die Perversionen in jüngerer Zeit zunehmend belebt. Zu erwähnen sind hier vor allem die Beiträge von M. M. R. Kahn, R. J. Stoller und F. Morgenthaler. Mit dem vorliegenden Buch von Schorsch und Mitarbeitern wird nun eine tendenziell vernachlässigte Dimension ins Spiel gebracht: die psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten. Den Autoren — in der Mehrzahl keine Analytiker — geht es nicht um einen neuen Beitrag zur Metatheorie der Perversion, sondern zuallererst um Behandlungsfragen, die selbst aber eine Reihe von Fragen über Struktur und Dynamik von Perversionen beinhalten. Der Ansatz der Autorengruppe leitet sich aus langjährigen Erfahrungen mit Sexualdelinquenten her, die im Rahmen eines seit 1975 laufenden Forschungsprojektes der Abteilung für Sexualforschung an der Universität Hamburg gemacht wurden. Hier berichten nicht Analytiker aus ihrer Praxis, sondern Psychiater, Psychoanalytiker und klinische Psychologen schildern ihre Kooperation im Rahmen eines Behandlungskonzeptes, das auf psychodynamischer Fallkonzeptualisierung aufbaute, aber in vielfältiger Form nichtanalytische Behandlungstechniken zum Einsatz brachte. Schon allein aufgrund der großen Zahl untersuchter und behandelter Fälle und der gründlichen empirischen Aufarbeitung der Befunde hat die Studie vielen professionellen Gruppen etwas zu sagen: Psychiatern, klinischen Psychologen, Juristen, nicht zuletzt auch Politikern. Psychoanalytikern wird dabei als ärgerliche Tatsache ins Bewußtsein gerufen, daß die geläufigen Konzepte — von der für eine Behandlung notwendigen Motivation des Patienten — oft sehr stark rationalisierenden Charakter haben.
Die Motivationsfrage darf als zentraler Punkt der Studie betrachtet werden, die sich zugespitzt bei Patienten mit gerichtlicher Behandlungsauflage stellt. Die Autoren plädieren für Therapie auch unter ungünstigen Motivationsbedingungen und wenden sich gegen die Konzeption der Perversion als bloßem »Ne