You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die einzelnen Aufgaben, für die der Psychoanalytiker in der Behandlung die Verantwortung übernimmt, sind in zahlreichen Publikationen klar definiert worden und in der Regel auch bekannt. Von daher ist es nicht meine Absicht, sie hier nochmals zu beschreiben.
Ganz allgemein läßt sich sagen, daß es die Aufgabe des Analytikers ist, dem Patienten dabei zu helfen, sich auf Kosten seiner neurotischen oder infantilen Züge das Realitätsprinzip in einem befriedigenden Ausmaß anzueignen. Hierfür ist eine gute Kenntnis der infantilen Sprach- und Verhaltensweisen notwendig, um den Patienten für diese sowohl gefühls- als auch verstandesmäßig zu sensibilisieren. Auf diesen Bewußtmachungsprozeß reagiert der Patient in der Regel mit Angst und Aggression. Den eigenen Widerstand erkennen bedeutet für ihn den Zusammenbruch seiner bisherigen Verteidigungsmöglichkeiten und damit einen Sprung ins Ungewisse. Er versucht dabei zunächst etwas von seinen Gefühlen der Allmacht und Symbiose zu retten. Auf den sich immer wieder einstellenden Symbioseverlust reagiert er in aller Regel vor allem mit Aggression.
Was bedeutet es nun, daß der äußeren Realität im therapeutischen Prozeß ein stets größerer Platz eingeräumt wird? Es bedeutet das Aufgeben eben dieser Allmachtsgefühle, das Akzeptieren sehr beschränkter Macht, das Streben nach persönlichen Beziehungen anstelle von Realisierungsinteressen gegenüber mehr oder weniger symbiotischen Bedürfnissen. Wahrnehmung der Realität bedeutet in diesem Sinn eine gewisse Anpassung an das Milieu, in dem der einzelne lebt, wie auch an die im Privatleben und am Arbeitsplatz herrschenden Gewohnheiten und Gepflogenheiten. Nach Freud ist der Mensch unter diesen Voraussetzungen imstande zu lieben und zu arbeiten oder, wie es bei ihm heißt: liebes- und arbeitsfähig. Meiner Ansicht nach — und das möchte ich noch hinzufügen — ist er dann auch imstande, persönliche Beziehungen anzuknüpfen, Freundschaften zu schließen, kurz, er ist kontaktfähig. Aber das alles