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Seinen »Tiefenpsychologischen Schulen«, die heute in 5. Auflage vorliegen und in mehrere Weltsprachen übersetzt sind, stellte Dieter Wyss den Satz Heraklits voran: »Der Seele Grenzen kannst du nicht ausfinden, und ob du jegliche Straße abschrittest — einen so tiefen Logos hat sie«. Diesen »Logos« dennoch so tief als möglich auszuloten, seine »Grenzen« so weit wie möglich abzustecken, wurde für das wissenschaftliche Werk des Würzburger Psychotherapeuten bestimmend.
War es nach der umfassenden und kritischen Bestandsaufnahme tiefenpsychologischer Konzepte zunächst eine anthropologische Analyse der »Strukturen der Moral«, die der Autor — unter Einbeziehung ethnologischer, soziologischer und psychologischer Erkenntnisse — in ihren Zusammenhängen mit leib-seelischen Ordnungen durchführte, legte er 1973 in »Beziehung und Gestalt« eine grundlegende anthropologische Psychologie und Psychopathologie vor. Wyss entwickelte hier das Konzept, daß allem Lebendigen ein fundamentaler Mangel zugrunde liegt, der sich beim Menschen in seiner ontologischen Verfassung am radikalsten und eindeutigsten zeigt. Dieser im Prinzipiellen nicht aufhebbare Mangel hat ein grundlegendes Bedürfnis nach Kommunikation zur Folge, denn kommunizierend kompensiert der Mensch Mangel. Da dieser Mangel indessen prinzipiell nicht zu beseitigen ist, bleibt jede Befriedigung, jede Kompensation bruchstückhaft, ist eine fundamentale Konflikthaftigkeit menschlichen Daseins mitgesetzt. Der weiteren Herausarbeitung a priori gegebener Grundstrukturen wie Raum, Zeit, Leib, Leistung und bestimmter Modi, in denen sich menschliches Dasein kommunizierend bewegt und sich diese Grundstrukturen entwik keln, galt dann »Mitteilung und Antwort« von 1976. Auf hohem philosophischem Reflexionsniveau wird 1980 in »Zwischen Logos und Antilogos« die Antinomik menschlichen Daseins und Bewußtseins in seinen Fundamentalbezügen zu Zeit und Sein, zu Tod und Intersubjektivität entfaltet. In seinem zweibändigen Werk »Der Kranke als Partn