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»La psychanalyse du feu« ist zuerst im Jahre 1938 erschienen. Bachelard, der Begründer der in Frankreich sehr bedeutsamen epistemologischen Tradition, schrieb die Abhandlung gleichzeitig mit dem Buch »La formation de l'esprit scientifique« (»Die Bildung des wissenschaftlichen Geistes«), das auf so unterschiedliche Geister wie Canguilhem, Foucault und Althusser gleichermaßen großen Einfluß ausüben sollte. Erst im Sog der Bekanntheit, die diese Autoren hierzulande in den letzten Jahren erfahren haben, wurden auch bei uns die Texte Bachelards stärker zur Kenntnis genommen. (»La psychanalyse du feu« erschien allerdings schon einmal 1950, in einer Übersetzung von Hans Neumann, auf deutsch. Mir ist unverständlich, wieso Simon Werle in seinem Nachwort nicht auf diese Übersetzung wenigstens hinweist.)
Für die Beschäftigung mit Bachelard bietet die »Psychoanalyse des Feuers« einen guten Einstieg. Bachelard diskutiert hier nämlich an einem konkreten Stoff, eben der Auseinandersetzung mit dem Feuer, seine theoretische Lieblingsfrage: Welche Hindernisse stehen dem Fortschritt der szientifischen Erkenntnis im Wege und warum? Dieses Problem macht Bachelard spannend, indem er die Antwort nicht darin sieht (wie der unreflektierte Positivismus und der Mainstream der Wissenschaftsgeschichte), daß wissenschaftliche Irrtümer grundsätzlich auf eine zu geringe Menge von systematisch erschlossenen Daten zurückzuführen sind. Bachelard sieht stattdessen Imaginationen und Phantasien am Werke, die sich deswegen so hartnäckig halten und wissenschaftlicher »Falsifizierung« entziehen, weil sie von unbewußten Motiven gespeist werden. Hier liegt der Einsatzpunkt der Psychoanalyse. Sie wird in Bachelards Konzept zuständig für die »menschlichen Irrtümer« (S. 9) und »Dummheiten« (S. 12), die der wissenschaftlichen Aneignung der Welt im Wege stehen. Und die »Psychoanalyse der objektiven