You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Wir schreiben das Jahr 1988. Dreiundvierzig Jahre sind vergangen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, seit der Befreiung der Opfer in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten, seit der Befreiung Deutschlands von einem System, das die Menschen auf eine Weise in den Bann gezogen hat, die zuvor nicht denkbar, nicht vorstellbar gewesen war.
Die berühmte Stunde Null — hätte es sie doch nur wirklich gegeben! Wäre es doch möglich, sich von den Erfahrungen, den Geschehnissen, dem Leid, der Faszination einfach freizumachen, sich von der Geschichte wirklich zu distanzieren, einen Schlußstrich zu ziehen, um neu anfangen zu können. Daß dies weder für die Opfer noch für die Täter und deren Nachkommen möglich war und ist, belegen zwei Bücher, die kürzlich erschienen sind.
Helen Epstein ist heute Journalistin in den USA. 1947 wurde sie in Prag geboren. Ihre Eltern haben die Konzentrationslager überlebt, die Großeltern wurden ermordet. Die Familie wanderte bald nach der Geburt der kleinen Tochter nach Amerika aus in der Hoffnung, mit dem europäischen Kontinent auch die Erfahrungen im Lager hinter sich zu lassen und ein neues Leben in einem neuen Land