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Léon Wurmser, Mitglied der amerikanischen psychoanalytischen Gesellschaft, hat seine psychiatrisch-phänomenologische Grundschulung in der Schweiz erworben. Er arbeitet seit 30 Jahren als praktizierender Analytiker in den USA. Das vorliegende Buch berichtet über seine Erfahrungen mit schweren Neurosen, die die Grenze zur Psychose nicht überschreiten.
Dem vorliegenden Buch, in der deutschen Muttersprache des Autors geschrieben, gingen zwei in englischer Sprache verfaßte Bücher — »The hidden dimension« , »The mask of shame« — voraus, die noch nicht ins Deutsche übersetzt sind. Daß es sich um die sprachliche Originalfassung und nicht um eine Übersetzung handelt, spürt der Leser durchgehend: der Autor ist ein glänzender Schriftsteller: Immer präzise, immer direkt auf die Sache zugehend, ein genauer Beobachter und Beschreiber, macht er es uns leicht, seinen Gedanken zu folgen.
Titel und Untertitel des Buches markieren den allgemeinen Rahmen und die Zielsetzung, aber sie versprechen weniger als das Buch zu geben vermag. Es enthält weit mehr als eine umfassende Darstellung des heutigen Standes der psychoanalytischen Abwehrtheorie und einer darauf basierenden Behandlungstechnik. Was mich bewog, die Besprechung zu übernehmen, waren folgende Momente: — der offene, unorthodoxe Umgang mit der psychoanalytischen Theorie und der Theorie der Technik;
die Herkunft seines Materials wie seiner Theorien aus der unmittelbaren klinischen Situation, aus der Direktbeobachtung bei gleichzeitigem durchgehendem Bemühen, sein Material theoretisch zu ordnen;
bei aller Kenntnis und Erkenntnis, die das Buch vermittelt, fällt Wurmser nie in die Autoritätsrolle des Wissenden. Über allem schwebt die kritische Haltung von Versuch und Irrtum. Das hat mich besonders angenehm berührt, da es in der psychoanalytischen Literatur immer seltener wird;
in einer Zeit, wo »kühne« psychoanalytische Theorien sich überstürzen und sich leichtfertig über Freuds Paradigmata hinwegsetzen (ohne sie in redlicher wissenschaf