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Die Arbeit von Jürgen Körner steht in der Tradition der wissenschaftstheoretischen Überlegungen zum psychoanalytischen Erkenntnisverfahren. Zunächst stellt Körner die wesentlichen Merkmale verschiedener Verfahren vor, wie sie im Alltag und in der wissenschaftlichen Forschung angewandt werden, um sie dann bei der Untersuchung des analytischen Prozesses anhand von zahlreichen Bei
spielen zueinander in Beziehung zu setzen. In diesem Prozeß kommen nach Körner insbesondere drei für Analytiker wie Patient gleichermaßen praktikable Erkenntnisverfahren zur Anwendung: kausales Erklären – die Subsumtion des eigenen Verhaltens unter abstrakte Gesetze, das Immergleiche; intentionales Erklären – die Angabe von argumentationszugänglichen Gründen für das Handeln; und das hermeneutische Verstehen – das Hin- und Herpendeln zwischen Teil und Ganzem, zwischen Deutungshorizonten und einzelnen Ereignissen, das beide verändert. Diesen Erkenntnisverfahren, kurz »Modi« genannt, korrespondieren jeweils spezifische Funktionen der drei Gundmerkmale der analytischen Situation – der freien Assoziation des Patienten, der Abstinenz und gleichschwebenden Aufmerksamkeit des Analytikers –, welche – ideal-typisch gesehen – das hermeneutische Verstehen aus dem intentionalen Erklären und dieses aus dem kausalen Erklären entwickeln. Körner ist der Ansicht, daß im kausalen Modus das Zusammenspiel dieser drei Grundmerkmale dem ungestörten Sammeln und Registrieren unbewußt determinierter Daten, gleichartigen Interpretationen sowie der Entfaltung der Übertragung, der Wiederholung erstarrter Beziehungsstrukturen in der analytischen Situation dient. Betrachtet sich der Patient mit diesem Modus, dann erscheint er nicht als Subjekt, sondern versteht sich als ein bloß auf die Umstände reagierendes Objekt.
In Frage gestellt und überschritten wird dieser Modus der Selbstverständigung dann, wenn der Analytiker auf das Übertragungsangebot nicht den kausalen Erklärungsmustern des Patienten entsprechend antwortet. I