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Wird ein Buch unter dem Titel »Psychoanalyse« veröffentlicht, so darf der Leser erwarten, daß der Autor das Ganze der Psychoanalyse mit ihren Grundproblemen behandelt. Daß das »Wahre das Ganze« sei, gehört zu den überlieferungswürdigen Einsichten von Hegels Philosophie; Adornos Einwand dagegen, daß sich im Ganzen, mithin in einer zur Machtfülle aufgespreizten Totalität, das Unwahre enthülle, möchte freilich die Intention aufs Ganze als hybriden Anspruch der Erkenntnis zerpflücken.
So wird denn auch das Ganze der Psychoanalyse schwerlich zwischen zwei Buchdeckel zu pressen sein; die amerikanische Originalausgabe von 1980 erschien schon vorsichtiger unter dem Titel »Papers on Psychoanalysis«. Loewalds Beiträge, zwischen 1949 und 1979 entstanden, ordnen sich um die zwei Achsen »Begriffe und Theorie« (Teil I) sowie »Der psychoanalytische Prozeß« (Teil II) an. Allerdings stellt der Autor diese Gabelung als relative vor, er möchte sie nicht im Sinne jenes Klischees dichotomisiert wissen, das eine wissenschaftliche Denkform in die logische Kohärenz ihrer »Theorie« und die technologisch wirksame Effizienz ihrer »Praxis« unterteilt. Erfreulich also, daß sich Loewald bereits in den Prämissen seines Buches von einer positivistisch mißverstandenen Psychoanalyse