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Die vorliegende Publikation beinhaltet medizinhistorische Aufsätze, die sich mit dem »Dilemma der Heilberufe« in Kriegszeiten auseinandersetzen. Diese Aufsätze sind Vorstudien zu einer umfassenden Geschichte der Medizin im Krieg. Es wird im Vorwort präzisiert, daß auf das Thema Medizin im Krieg allgemein eingegangen wird, ärztliche Kriegsverbrechen, wie sie in der NS-Zeit z. B. vorkamen, werden bewußt ausgeklammert. Die Aufmerksamkeit des Lesers würde sonst eingeengt, zu sehr konzentriert auf Dinge, die in ihrer Unmenschlichkeit für sich sprechen, wobei das, was gezeigt werden soll, in den Hintergrund treten würde.
In allen Beiträgen wird deutlich, daß das humanitäre Selbstverständnis des Arztes einer Begeisterung für den Krieg kaum je im Wege stand. »Die Haltung der Ärzte im wilhelminischen Deutschland zum Ersten Weltkrieg war, von wenigen Ausnahmen abgesehen, durch eine rückhaltlose Kriegsbegeisterung charakterisiert, die offenbar Zivil- und Militärärzte, Praktiker und Universitätslehrer in gleicher Weise erfaßt hatte« (S. 93). Es scheint, daß es jeweils nur kleine Gruppen von ärzten oder Ärztinnen gab, in der Regel sozialistisch orientierte, die wirklich für ein pazifistisches Ideal kämpften (S. 197). Durchleuchtet und erörtert wird der Zeitraum von 120 Jahren, beginnend mit der Gründung des Roten Kreuzes und der Genfer Konvention. Erörtert wird auch die Stellung der weiblichen