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Mentzos ist insofern eine Art Kunststück gelungen, als er eine Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre, d. h. einen systematisierenden Text verfaßt und zugleich das Konzept der Neurose im Sinne einer Krankheitseinheit aufgelöst hat. Der Autor hat meines Erachtens die klinische Theorie der Psychoanalyse genau um jene Problematik zentriert, die bislang entweder durch den Rückgriff auf Zuordnungen und Beurteilungen, die der Psychoanalyse fremd sind, oder durch fast völligen Verzicht auf diagnostische Festlegungen umgangen wird. Die vom Rezensenten vorangestellte Aussage des Autors, daß es die Neurose als Krankheitseinheit nicht gibt (S. 295), ist der rote Faden, an den man sich bei der Lektüre der vorliegenden Monographie halten kann. Bekannte psychoanalytische Neurosenlehren, wie zum Beispiel die von Fenichel (1945), Kuiper (1966) und Loch (Hg., 1967), behandeln die verschiedenen Krankheitsbilder der Reihe nach, so daß der Eindruck bestehen bleibt, die geschilderten Neuroseformen entsprächen Krankheitseinheiten. Dies steht freilich im Widerspruch zu dem Faktum, daß die Psychoanalyse seit ihrem Beginn keineswegs mit den Implikationen der von Kahlbaum in die Psychiatrie eingeführten Krankheitseinheiten übereinstimmte (d. h. Krankheitsbilder mit gleichen Phänomenen, mit gleichen Ursachen und gleichen Ausgängen, eine Auffassung, für die als Modell die progressive Paralyse galt). Die Monographie von Mentzos nimmt unter den verschiedenen Neurosenlehren eine Sonderstellung ein, da der Autor, indem er die Idee der Krankheitseinheit aufgibt, als Konsequenz die getrennte Beschreibung von drei Dimensionen für »unbedingt notwendig« hält: dem jeweils zentralen Konflikt, der strukturellen Beschaffenheit des Ichs und dem Modus der Konfliktverarbeitung (S. 109).
Im Vorwort begründet Mentzos seine systematische Darstellung damit, jetzt sei ein Zeitpunkt gegeben, »zu dem die längst fällige, endlich offene und freie Diskussion über fundamentale theoretische und praktische Frage