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Die vorliegende Schrift versteht sich als Versuch der Aufarbeitung gewisser Auseinandersetzungen mit der Psychoanalyse im Zusammenhang mit den sozialen Unruhen, die Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre in einigen europäischen Ländern und in den USA vor allem in Intellektuellenkreisen auftauchten. Die Autoren beschäftigen sich hauptsächlich mit zwei Büchern aus dieser Zeit: Journal d'un Educastreur von und Anti-Oedipus: Kapitalismus und Schizophrenie von .
Die Autoren zeigen, wie vieles von der Kritik an der Psychoanalyse, die diese Bücher enthalten, in den Ansichten Herbert Marcuses und Wilhelm Reichs bereits vorhanden ist. Das sind aber zwei Autoren, die geistig weder mit dem Prager Frühling noch mit dem Pariser Mai 1968 geboren wurden. Marcuses Analyse der Werke Freuds fand vor allem in den fünfziger Jahren statt, Reichs schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Also alter Wein in neuen Schläuchen? Das ist eine der Fragen, die in der vorliegenden Schrift gestellt werden, und zwar anhand eines Vergleichs zwischen Reichs und Freuds Beiträgen zur Persönlichkeitstheorie und zur Therapie psychisch und physisch gestörter Menschen.
Die Leserinnen und Leser dieses Buches sollten aber nicht davon ausgehen, daß die Autoren mit einer möglichst unparteiischen Einstellung an ihre Analyse herangehen.