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Wer aus dem vorliegenden Text Nutzen ziehen will, muß sich sehr eingehend mit der Psychoanalyse und der Entwicklung psychoanalytischen Theoretisierens beschäftigt haben. Der Autor zeigt in der ersten Hälfte, im historischen Teil seines Buches, besonders bei seiner Beschäftigung mit dem Thema und mit den Variationen des Themas Dissidenz in der Psychoanalyse, ein derartig profundes Wissen über die Punkte, die bisher zur Debatte gestanden haben, daß es einem fast den Atem verschlägt. Die zweite Hälfte, der methodologische Teil, steht dem in nichts nach. So hat man ein Buch vor sich, das zum Nachdenken anregt, die Weiterentwicklung der Analytiker fördert und eine Auffassung von Psychoanalyse vermittelt, die nicht nur auf Wissen und Eigenständigkeit des Analytikers, sondern auch des Analysanden ausgerichtet ist.
Zu den Dissidenten, die in der vorliegenden Untersuchung zur Sprache kommen, möchte Gedo nicht Alfred Adler, Carl Gustav Jung, Wilhelm Reich, Karen Horney oder Jacques Lacan rechnen. Nicht daß man diese nicht als Dissidenten definieren könnte! Nur hat der Autor sich hier nicht vorgenommen, die Geschichte der Psychoanalyse umfassend zu behandeln. Er konzentriert sich auf drei Autoren, die an Hand neuer Befunde innerhalb der klinischen Psychoanalyse Antworten suchten, die psychoanalysegerecht sein könnten. Diese drei, nämlich Sándor Ferenczi, Melanie Klein und Heinz Kohut, waren keinesfalls auf Dissidenz aus. Alle drei hielten wie Freud die Psychoanalyse für eine empirische Wissenschaft, die wandlungsfähig sein muß, vor allem dann, wenn sich neue