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Das Verhältnis zwischen Psychoanalyse und »akademischer« Psychologie ist geprägt durch Abgrenzung, wechselseitige Ignoranz und Diffamierung, aber auch durch beidseitige Kenntnisnahme, durch Dialogbereitschaft und Befruchtung der einen durch die jeweils andere Disziplin. Im großen und ganzen ist dieses Verhältnis aber immer noch terra incognita, und erst eine entwickelte psychoanalytische Geschichtsforschung könnte nähere Aufschlüsse bringen. Angesichts der relativ unbekannten Geschichte dieses Verhältnisses blühen die Phantasien, mit denen einzelne Autoren — je nach affektiver Vorliebe — dieses Verhältnis umschrieben haben.
Die unprätentiöse, dafür um so gehaltvollere Arbeit Elligers versucht, das Verhältnis zwischen Psychoanalyse und »akademischer« Psychologie anhand eines ausgewählten Aspekts sachlich zu beschreiben: Wie reagierte die deutschsprachige, wissenschaftliche Psychologie auf die Psychoanalyse (genauer: die Arbeiten Freuds) im Zeitraum zwischen 1895 und 1945? Es geht also um die Zeit vom Erscheinungsjahr der »Studien über Hysterie« bis zum Ende des Hitler-Faschismus. Vorab sei gesagt: Elligers Studie verdient Anerkennung, weil sie anstelle von Vermutungen und Behauptungen referiert, was anhand umfangreichen Fakten-Studiums zu finden war; und weil die Ergebnisse der quantitativen Analyse der Rezensionen der Schriften Freuds und ihrer Erwähnung auf psychologischen Fachkongressen und in Lehrbüchern deutscher Psychologen differenziert interpretiert werden, wodurch zugleich gängige und unzulässige Generalisierungen widerlegt werden.
Bevor ich auf Einzelheiten eingehe, will ich einen übergeordneten Gesichtspunkt referieren, der für die Beurteilung des Verhältnisses zwischen Psychoanalyse