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Die Kontroverse darüber, ob die Psychoanalyse stärker zu gesellschaftspolitischen Problemen Stellung beziehen und versuchen sollte, praktisch zu deren Lösung beizutragen, oder ob sie sich auf ärztliches Helfen und Heilen beschränken sollte, ist eng verknüpft mit der Frage der sogenannten Laienanalyse. Freud hat sich bekanntlich für die Laienanalyse, die therapeutische Anwendung der Psychoanalyse durch analytisch geschulte Nicht-Ärzte, ausgesprochen. Er hielt es »nicht für wünschenswert, daß die Psychoanalyse von der Medizin verschluckt werde und ihre endgültige Ablagerung im Lehrbuch der Psychiatrie finde« (Freud, Die Frage der Laienanalyse, GW, S. 283 f.). In der Einbeziehung von Nicht-Ärzten in den Berufsstand der Psychoanalytiker sah er eine Möglichkeit, die Psychoanalyse von einer Reduktion auf eine bloß therapeutische Technik zu schützen. Er konnte sich aber, auch das ist bekannt, in dieser Streitfrage gegen standespolitische Interessen nicht durchsetzen.
Die Debatte um die Laienanalyse ist längst nicht ausgefochten; im Rahmen der Medizinalisierung der Psychoanalyse haben sich die berufspolitischen Standpunkte eher verfestigt. Dadurch haben sich auch Akzentverschiebungen ergeben, die etwa die psychoanalytische Pädagogik betreffen. Diese sollte ursprünglich, außerhalb und »vor« der Therapie, sozial-prophylaktisch die Herausbildung von Neurosen verhindern helfen. Der Sammelband »Wer braucht Erziehung? Impulse der Psychoanalytischen Pädagogik«, der als Festschrift zum 65. Geburtstag des Frankfurter Psychoanalytikers und Professors für Sonder- und Heilpädagogik Aloys Leber erschienen ist, spiegelt plastisch den derzeitigen Diskussionsstand wider. Die psychoanalytischen Pädagogen formulieren ihr Selbstverständnis als nichtärztliche Psychoanalytiker und greifen damit die Frage der Laienanalyse wieder auf.
Das Verdienst Aloys Lebers ist es, in entscheidendem Maße dazu beigetragen zu haben, die Psychoanalyse als systematische Selbstreflexion auch für Theorie und Praxis d