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Ausgehend von einer »Verwandlungs-Wirklichkeit«, daher zentriert um Grund-probleme von Verwandlung, will Wilhelm Salber in seiner psychologischen Märchenanalyse die »Baupläne« typischer Konstruktionen von Wirklichkeit charakterisieren. Mit Wirklichkeitskonstruktionen sind nicht zurechtgemachte Geschichten oder Erzählungen gemeint, auch nicht irgendwelche »Phantasie-Gebäude«, sondern reale Organisationssysteme des Seelischen. Verschiedene »Kräfte« wirken in einer bestimmten Konstruktion so zusammen, regulieren sich gegenseitig so, daß sich eine Gestalt bildet, ein »Inhalt«. Diesen »Inhalt« kann man als Werk-Zusammenhang bezeichnen oder eben als Konstruktion einer bestimmten Verwandlungswirklichkeit.
Was haben nun Märchen mit Wirklichkeitskonstruktionen zu tun? Ähnlich wie bei einer Traumanalyse müssen wir hier davon ausgehen, daß die Geschichten-Fassung eines Märchens (analog dem »manifesten Trauminhalt«) bereits etwas Zurechtgemachtes ist. Während bei einer Traumanalyse »eine komplette Zerlegung der seltsamen (manifesten) Gebilde« auf dem Weg über die Einfälle des Träumers sich ins Werk setzt, beruht eine Märchenanalyse — und das ist das Neue — auf dem »Austausch mit einem Behandlungsprozeß, der die Lebensgeschichte eines Menschen aufgreift« (S. 9). — Daß das, was sich als Lebensgeschichte eines Menschen ins Bild rückt, selbst wiederum als Produkt einer Konstruktion