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Aus der Reihe der wöchentlichen Vorträge, die Georg Groddeck (1866-1934) in seinem Sanatorium in Baden-Baden für Patienten, Freunde und Bewunderer hielt, sind 115 aus den Jahren 1916 bis 1919 aufgezeichnet worden. Sie erscheinen jetzt erstmals in deutscher Ausgabe.
Die Vorträge waren »Medizin«, wie es für Groddeck seine Massagen, Diäten und Wasserkuren waren, verabreicht für die Phantasie des Erkrankten, zum Freilegen der Selbstheilungskräfte und zum Anregen des Genesungsprozesses. In Einzelgesprächen führte Groddeck fort, was vorher durch den Vortrag in Bewegung geraten war.
Die Vorträge geben Einblick in seine therapeutische Arbeitsweise, sind eine höchst unkonventionelle Einführung in Psychoanalyse, Literatur und Kunst und nehmen Stellung zu aktuellen Problemen des Zeitgeschehens. Sie sind aber auch ein Dokument des Selbsterkennens und Selbstbehandelns im Prozeß des Redens, des Sammeins und Sortierens der Themen, die Groddeck später in seinen Schriften behandelte, und sie sind vor allem der authentische Beleg für seine große Ausstrahlungskraft im frei gesprochenen Wort.
Im Verlag Stroemfeld/Roter Stern gibt die Georg Groddeck-Gesellschaft, 1986 in Zürich gegründet, eine Groddeck-Werkausgabe heraus, die seine Hauszeitschriften, die medizinischen und psychoanalytischen Schriften, seine Romane und Schriften zu Literatur und Kunst und seinen Briefwechsel enthalten wird. Diese Werkausgabe beginnt mit den »Vorträgen«; sie ermöglicht die Neuentdeckung dieses »wilden Analytikers« und Begründers einer psychosomatischen Medizin. Die Leser der Psyche sind zur Subskription eingeladen.
Beate Schuh, Frankfurt a. M.
Die Dinge, die ich vorzubringen habe, werden immer komplizierter. Ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird, sie klar darzulegen. Von dem Moment der Empfängnis an werden die Zell-Lebewesen immer zahlreicher, die sich spalten und sich zusammenschließen im inneren Organismus. Von der ersten Zelle möchte ich dabei gleich n