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»Aber die Psychoanalyse, die in einer Weise verstanden wird, wie ich es zu skizzieren versuchte, nämlich als eine Methode zur Mehrung der Intelligibilität des Menschen, indem sie die Fehler seiner bisherigen Apperzeption korrigiert, indem sie Zwänge, die von unbekannten Objektbedingungen und unerkannten falschen Voraussetzungen herstammen, auflöst, indem sie also hilft, neuen Sinn und also neue Wahrheit zu entdecken, beides verstanden als die Freiheit, neue Gedanken und neue Bedeutungen zu bilden, dient dem Ziel, mittels der Förderung eines »allgemeinen Teilnehmungsgefühls« »das Vermögen, sich innigst und allgemein mitteilen zu können«, zu erweitern« (S. 206).
Dieses von Wolfgang Loch so verstandene Grundanliegen der Psychoanalyse zieht sich thematisch wie ein Leitfaden durch alle Beiträge des rezensierten Sammelbandes, der Aufsätze aus den Jahren 1975 bis 1984 sowie die Originalarbeit »Psychoanalytische Perspektiven« enthält. In der Tradition Paul Federns, Heinrich Mengs und Eduardo Weiss', allerdings ohne expliziten Bezug auf diese Autoren, wird versucht, psychoanalytische Erkenntnisse und Grundlagen möglichst vielen Menschen nahezubringen. Folgerichtig werden Balintgruppen und Beratungssituationen berücksichtigt; die entsprechenden Artikel sind ursprünglich auch nicht in psychoanalytischen Publikationen, sondern in solchen über somatische Medizin beziehungsweise Beratung erstmals erschienen. Der genannten Tradition entsprechend fordert Loch, pathogene Dispositionen durch Struktur-veränderungen aufzuheben und sich nicht mit der Heilung dieser Dispositionen zu begnügen (vgl. S. 83).
Andere Aufsätze setzen neue Akzente in der psychoanalytischen Wissenschaft. Entdeckte Freud die Bedeutung der Kindheit für die Entstehung seelischer Störungen, so betont Loch, ohne dies zu unterschätzen, die Bedeutung der Adoleszenz und des Erwachsenenlebens für deren Entstehung und Verlauf. Dies eröffnet fruchtbare Perspektiven z. B. für die Behandlung depressiver Krisen im späteren Lebe