You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Unter den zahlreichen Büchern über psychoanalytische Psychosomatik, die in letzter Zeit erschienen sind (Brähler: Körpererleben, Ermann: Die Persönlichkeit bei psycho-vegetativen Störungen, Hau: Psychosomatische Medizin, Klußmann: Psychosomatische Medizin, Köhler: Psychosomatische Krankheiten, Overbeck: Familien mit psychosomatisch kranken Kindern, Quint und Janssen:
Psychotherapie in der psychosomatischen Medizin, Stüttgen: Interaktionelle Psychosomatik), verdient das vorliegende Buch besondere Beachtung. Es integriert nicht nur, wie der Untertitel ausweist, modernere entwicklungspsychologische Aspekte der Psychoanalyse (M. Mahler, T. B. Brazelton, J. D. Lichtenberg) mit solchen der Objektbeziehungstheorie (M. Klein, O. F. Kernberg), sondern bezieht auch das in der Psychoanalyse keineswegs bewältigte Problem der Affektivität und ihre Rolle bei der Entstehung psychosomatischer Krankheiten in seine theoretischen Erörterungen ein:
Affekte haben »in ihrer Brückenstellung zwischen »Soma« und »Psyche« einen selbständigen konzeptuellen Status« (S. 117). Sie werden nicht nur emotional abreagiert, wie Freud glaubte, sondern stellen wichtige Elemente im Ausdrucksverhalten und für die Kommunikation dar; nicht nur im präverbalen Stadium der Entwicklung, sondern, wie die Arbeiten Rainer Krauses zeigen, auch im Erwachsenenalter, nicht zuletzt auch zwischen Analysand und Analytiker. Gelangen sie in pathologischen Entwicklungen nicht zum Ausdruck und in die Kommunikation, dann bleiben sie aus dem Erleben abgespalten. Das Resultat sind emotionale Leere und Beziehungsarmut bei fehlender Differenzierung (S. 152), Verbalisierung (S. 155), Signalfunktion der Affekte (S. 157) und Affekttoleranz (S. 159). Es kommt statt dessen zu Affektregression und — unter Einbeziehung des Körpers — zu psychosomatischer Symptomatik.
Dem anderen Problem der psychoanalytischen Psychosomatik, dem der Körperlichkeit, ist das zweite zentrale Kapitel des Buches gewidmet. Körperlichkeit muß durch »Halten und