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Die Autoren informieren über den aktuellen Stand der Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen. Diese ist aus dem Kreis gebräuchlicher Therapieverfahren, zumal seit der Kostenübernahme durch die Krankenkassen, nicht mehr wegzudenken. Während Alan Ross (USA) schon vor 20 Jahren im deutschen Sprachraum mit einem Buch über das Sonderkind bekannt wurde, hat Petermann (BRD) in den letzten Jahren zahlreiche Arbeiten über Kinderpsychologie veröffentlicht.
Nach einer Darlegung der theoretischen Grundlagen werden die wichtigsten Indikationsgebiete einer Verhaltenstherapie abgehandelt, wobei herkunftsgemäß die anglo-amerikanische Literatur überwiegt.
Die Verhaltenstherapie hat sich im vergangenen Jahrzehnt von einem lediglich mechanistisch gedeuteten Konditionierungsverfahren zu einer umfassenderen Behandlungsmethode entwickelt, bei der das familiäre Umfeld, speziell die Eltern als unerläßliche »Therapiehelfer« an Bedeutung gewonnen haben. Dabei wird leider einer Auseinandersetzung mit bewährten tiefenpsychologischen Verfahren, zumal bei der Indikationsstellung, kein Raum gegeben, obwohl diese Frage von Seiten der Praxis immer wieder gestellt wird. Der Nachteil einer nur kurzfristigen Erfolgsbeurteilung, die z. B. bei der Enuresis lediglich mit der Methode des Klingelapparates die Zahl der nächtens trockengebliebenen Betten anführt, ohne die weitere Gesamtentwicklung des Kindes und Jugendlichen im Rahmen seiner Identitätsfindung zu berücksichtigen, liegt auf der Hand.
Wie das Beispiel der sogenannten Teilleistungsstörung als einem charakteristischen Symptom verhaltensgestörter Kinder in unserer Zeit zeigt, geht es der Verhaltenstherapie immer noch vornehmlich um eine möglichst schnelle und reibungslose Anpassung auffällig gewordener Kinder an die Forderungen und Normen der Leistungsgesellschaft, ohne damit den wirklichen inneren Bedürfnissen eines Kindes gerecht zu werden.
So nimmt weiterhin die Strafe des Kindes im Rahmen der Verhaltenstherapie einen breiten Raum ein; ihr