You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Esther Dreifuss-Kattan hat vier Jahre lang im berühmten Chestnut Lodge in den USA und mehrere Jahre in der Onkologie bei Fritz Meerwein in Zürich gearbeitet. Meerwein hat übrigens am vorliegenden Buch mitgewirkt und das Geleitwort dazu geschrieben.
Die Autorin schildert im ersten Teil des Textes die Entstehungsgeschichte der »Kunsttherapie« und beschreibt dann ihre eigene praktische Tätigkeit mit psychisch kranken und an Krebs leidenden Menschen; dabei kann sie sich auf einen großen Erfahrungshintergrund beziehen.
Der Grundsatz ihrer Arbeit besteht darin, ein Medium zu schaffen, durch das die Beziehung zwischen Therapeut und Patient im Sinne einer korrektiven Erfahrung heilsam wirken kann. Die Kunsttherapie sei deshalb oft erfolgreich, »weil sie spielerisch dem Patienten hilft, sich gestalterisch mitzuteilen. Dabei stellt sich die Kunsttherapeutin dem Patienten unterstützend zur Verfügung in seinem persönlichen Kampf, sich auszudrücken und verständlich zu machen« (S. 128). Im Verlauf ihrer Ausführungen beschäftigt sich die Autorin mit der Frage, welche Bedeutung die einzelnen Tätigkeiten und die Herstellung von Produkten für die Patienten haben. Einerseits bietet sich die Therapeutin als Identifikationsobjekt an und macht die therapeutische Beziehung zu einem Raum, in dem der Patient Erfahrungen mit Objekten machen kann, die zu neuen Verinnerlichungen und Innenstrukturen führen können, andererseits vermittelt die Therapeutin Fertigkeiten, die dem Patienten helfen, seine innere Welt zu erfahren und besser zu ordnen. Esther Dreifuss-Kattans Arbeit mit Krebspatienten veranschaulicht beide Funktionen der Therapeutin in gelungener Weise.