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In welchem Ausmaß es dem NS-Regime gelungen war, Freuds Schriften auf dem deutschen Buchmarkt zum Verschwinden zu bringen und das Denkuniversum, das er in seiner herrlichen Prosa in die Welt gesetzt hatte, aus dem öffentlichen Bewußtsein zu verbannen, ist heute, fast fünfundvierzig Jahre nach Kriegsende, kaum noch vorstellbar. Als Indiz für die lähmende Fortwirkung des traumatischen Vernichtungsakts sei die Tatsache hervorgehoben, daß es immerhin fünfzehn Jahre gedauert hat, ehe die Publikations- und Editionsinitiative im Hinblick auf die Freud-Werke in ihrem Originalwortlaut sich von London in den deutschen Sprachraum zurückverlagerte. Vermutlich wäre noch mehr Zeit verstrichen, hätte nicht der unerwartete Tod John Rodkers den Freud-Erben, die selbst nie aus dem Exil zurückkehrten, die Suche nach einem neuen Verlag, mithin die Preisgabe der Sigmund Freud einst so kostbaren relativen verlegerischen Unabhängigkeit aufgezwungen. Wer nach dem Kriege Freuds Schriften im Originaltext lesen und erwerben wollte, war jedenfalls auf Jahre hinaus auf die Importe der Produktion von Imago Publishing Company angewiesen.73
Es war wohl kein Zufall, daß das erste in der Bundesrepublik produzierte und massenhaft vertriebene Freud-Taschenbuch, das die Aufmerksamkeit zumal der jungen Leser — übrigens erst 1953 — jäh auf Freuds