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Angesichts der Proteste der inhaftierten Terroristen und erster Verbesserungen von Haftbedingungen durch die Behörden wenden wir uns gegen die Isolationshaft in unseren Gefängnissen. Wir rufen die Behörden auf, die Sonderbehandlung der politischen Gefangenen zu beenden. Wir wenden uns an die Öffentlichkeit mit der Aufforderung, diese Haftbedingungen in unserem Staat nicht unbedacht hinzunehmen.
Es darf nicht verleugnet werden, daß die systematische Isolierung von Inhaftierten, das Unterbinden sozialer Kontakte und sensorischer Erfahrungen zu schweren seelischen und gesundheitlichen Schäden führt. Solche Haftbedingungen verletzen die Menschlichkeit. Die Wahrnehmung von Sicherheitsinteressen darf nicht dazu verleiten, menschenzerstörende Haftbedingungen einzuführen oder aufrechtzuerhalten.
Wir wenden uns entschieden gegen den Terrorismus. Er ist ein inhumanes Mittel des politischen Kampfes. Wir wenden uns aber ebenso entschieden gegen die inhumane Behandlung von Terroristen im Strafvollzug. Gerade Angriffe auf die Inhumanität durch Attentäter dürfen wir nicht damit beantworten, daß wir schweigend hinnehmen, daß humanitäre Grundwerte durch Behörden unseres Staates außer Kraft gesetzt werden. Deshalb fordern wir, die Isolationshaft sowie jede Form unmenschlicher Behandlungen von Inhaftierten einzustellen.
Mitglieder des Instituts für Psychoanalyse (DPG) Nürnberg:
Dipl.-Psych. Gisela Ermann, Prof. Dr. med. Michael Ermann, Dr. med. Albrecht Mahr, Prof. Dr. med. Walter Pontzen, Dr. med. Lili Schulz, Dr. med. Hans-Joachim Schwabel, Dipl.-Psych. Uta von Ungern-Sternberg, Dr. med. Jörg Wiesse.