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Der Autor, der sich bisher um den Ausbau der Supervision in sozialen Berufen verdient gemacht hat, ohne dabei die psychoanalytische Perspektive aus dem Auge zu verlieren (vgl. Pühl, Schmidbauer: Supervision und Psychoanalyse. Plädoyer für eine emanzipatorische Reflexion in den helfenden Berufen, München 1986), befaßt sich in seinem neuen Buch keinesfalls nur, wie der Titel ausweist, mit der »Angst in Gruppen und Institutionen«. Es geht um mehr: es geht um Widersprüche zwischen Individuum und Gesellschaft und um die Frage, wie Menschen in Gruppen diese Widersprüche erkennen, überwinden oder ertragen. Wir leben alle in Gruppen. Gruppen können uns vor Ängsten in uns selbst schützen. Gruppen können aber auch ihrerseits Angst machen. Pühl zeigt dies überzeugend am Beispiel einer Team-Supervision. Dabei wird deutlich, wie der einzelne einschließlich des Gruppenleiters zwangsläufig auf den Gruppenprozeß reagiert und welche Reaktionen hierbei möglich sind.
Der Autor lotet unter entwicklungspsychologischer Perspektive das Phänomen Angst tiefer aus. Seine Überlegungen hinsichtlich der Onto- und Phylogenese der Angst sind insofern interessant, als er, Positionen von Holzkamp-Osterkamp folgend, Angstbereitschaft, Neugierverhalten und Gruppenbildung miteinander in Zusammenhang bringt und im Hinblick auf die Psychoanalyse einen ausschließlich trieb- bzw. ich-psychologischen Verstehensansatz kritisiert.
Im weiteren liegt dem Autor viel daran, die soziale Neugier des Individuums ebenso herauszustellen wie die latente Aggressivität in Gruppen. Die damit verbundenen Potentiale können in traditionell-hierarchischen Strukturen gebunden bleiben oder in kollektiven nichthierarchischen Arbeitsgruppen progressiv bewältigt werden. Der Autor folgt hier den auf Emanzipation abzielenden Argumentationen von Autorinnen und Autoren wie Thea Bauriedl, Spazier und Bopp, Leithäuser, Lorenzer, aber auch Schmidbauer. Die verschiedenen Gruppentheorien (Bion, Argelander, Foulkes, Heigl-Evers, Sandner) wer