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Mit der Anmerkung »Die Geschichte eines Abenteuers« wird die erste historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Freuds in neuer Übersetzung in Frankreich von den Herausgebern vorgestellt. Die Anfänge des Projekts reichen bis in das Jahr 1962 zurück. Damals entstand der Plan, das Gesamtwerk in chronologischer Reihenfolge, mit vereinheitlichter Terminologie, herauszugeben. Nach langwierigen Auseinandersetzungen zwischen den Verlagen Gallimard, Payot, PUF und dem Fischer Verlag erscheinen »Les Œuvres Complètes de Freud« schließlich bei PUF (Presses Universitaires de France) unter der wissenschaftlichen Leitung von Jean Laplanche und der Herausgeberschaft von André Bourguignon und Pierre Cotet.
Der Anspruch der Herausgeber zielt darauf ab, das Gesamtwerk in einem »freudianischen« Französisch zu erstellen. Freud soll endlich für alle in einer autorisierten Übersetzung zugänglich gemacht werden. Im April 1988 erschien der erste Band (tome XIII). Er wurde in Riesenlettern, fett gedruckt, auf einer ganzen Seite in »Le Monde« angekündigt. Dreimal stellte diese Zeitung eine ganze Seite zur Verfügung, um das »Jahrhundertwerk« zu würdigen.
Der erste Band geriet allerdings sofort nach Erscheinen ins Kreuzfeuer der Kritik. »Ein neues psychoanalytisches Esperanto […], erfunden von einer Kommission für Terminologie, die sich für eine Académie Française der Psychoanalyse hält«, schreibt Catherine David im »Nouvel Observateur«. Damit treibt sie eine Auseinandersetzung auf die Spitze, die seit über zwanzig Jahren in Frankreich zwischen Psychoanalytikern, Übersetzern und Germanisten ausgetragen wird: Wie übersetzt man Freud ins Französische? Einig waren sich alle, daß eine Übersetzung des Gesamtwerkes notwendig sei, da es bisher nur verstreute Übersetzungen in verschiedenen Verlagen gab, die im allgemeinen die Interpretation des jeweiligen Übersetzers widerspiegelten. Freud wurde übersetzt von Leuten, die entweder kein Deutsch konnten oder von der Psychoanalyse nichts verstanden, bemänge