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Adornos Überlegungen zum Verhältnis von Soziologie und Psychologie, von Sozialwissenschaft und Psychoanalyse besitzen ihre dringlich anstehende Wahrheit in der Erkenntnis, daß Individuum und Gesellschaft hinter dem objektiv möglichen Stand ihrer Versöhnung weiterhin unversöhnlich auseinanderklaffen. Diesen Befund vermögen auch die neuerdings von Beck (»Risikogesellschaft«) vorgetragenen Hypothesen zur Individualisierung nicht grundsätzlich zu schmälern.
Die Kritik der falschen, weil in der objektiven Struktur bürgerlicher Gesellschaft selbst begründeten Arbeitsteilung zwischen Psychologie und Soziologie blieb für den Entwurf einer kritischen Theorie des Subjekts (Lorenzer, Dahmer, Horn) maßgebend. Darin ist das Erbe aufgehoben, die Relevanz der psychoanalytischen Neurosenpsychologie nicht dort zu betonen, wo das Ich mit seinen fungiblen Abwehr- und adaptiven Anpassungsmechanismen gleichsam zur psychischen Instanz der Versöhnung des Unversöhnlichen zu werden vermag, sondern dort, wo Sozialisation und Vergesellschaftung im Subjekt auf ihre Grenzen stoßen. »Individualisierung« und »Individualität«, seit kurzem in Gesellschaftstheorie und Hermeneutik erneut hochdotierte Begriffe, sind sachhaltige Markierungen dieser Grenzen. Deren expressive Chiffre ist in der kritischen Theorie des Subjekts »innere Natur«, als welche das sinnlich-organismische, zugleich leiblich-körperliche Substrat von Freuds Triebbegriff kenntlich gemacht werden kann. Hier liegt denn auch die Einsatzstelle von Buschs sozialisationstheoretischen Reflexionen: die Verteidigung dieses Erbes gegen die Bemühungen soziologischer Vermittlungen eben dieses Substrats. Das Buch ist ein »Beitrag zur Fortentwicklung des in den siebziger Jahren entstandenen Projekts einer kritischen Theorie des Subjekts. Es macht sich dessen Grundgedanken zu eigen, Psychoanalyse als an innerer Natur festhaltende Sozialwissenschaft, als biologische Interaktionslehre zu formulieren« (S. 16).
Daran muß zunächst die Rede von einer biolo