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Die Milch der Mutter fließt nicht wie eine Sekretion. Dieser Vorgang ist eine Reaktion auf einen Reiz, und der Reiz besteht in Anblick, Geruch und Berührung des Babys und im Klang seines Schreiens, das seine Bedürfnisse anzeigt. Es ist alles eine Sache, die mütterliche Pflege des Babys und das Stillen in regelmäßigen Abständen, das sich zu einer Art Kommunikationsmittel zwischen beiden entwickelt — zu einem Lied ohne Worte.
Der kleine, hübsch gestaltete Band, der inzwischen auch im Verlag Klett-Cotta auf Deutsch erschienen ist, enthält neun Beiträge zum Verständnis der Mutter-Kind-Einheit, von denen zwei bisher unveröffentlicht waren. Die Arbeiten stammen aus den letzten 15 Lebensjahren des Autors: zwei sind von 1957, eine von 1964, wiederum zwei von 1966 und je eine von 1967, 1968, 1969 und 1970. Der Autor lebte von 1896 bis 1971 und praktizierte bekanntlich sowohl als Kinderarzt als auch als Kinder- und Jugendpsychiater sowie als Psychoanalytiker. Als Kinderarzt erhielt er eine Goldmedaille und war bereits 1923 im Paddington Green Children's Hospital tätig. Als Psychoanalytiker, wozu er Mitte der 30er Jahre nach Analysen bei Joan Rivière und James Strachey wurde, entwickelte er sich stark unter dem Einfluß von Melanie Klein zu einem der einflußreichsten Denker über die ersten Jahre des menschlichen Lebens. Bestimmte Formulierungen und Einsichten, die von ihm stammen, haben sich fest in das psychoanalytische Vokabular eingebürgert, z.B. »primäre mütterliche Vorbereitung«, »genügend gute Mutter«, »fördernde Umwelt«, »Besorgnis«, »Halten«, »das wahre Selbst«, »das falsche Selbst«, »die Fähigkeit zum Alleinsein«, »Übergangsobjekte und Übergangsphänomene« etc.
In den vorliegenden Texten ist der Verfasser deutlich um Verständlichkeit bemüht. Angesprochen sind vor allem Leute, die von Berufs wegen mit schwangeren Frauen, mit der Entbindung und dem Leben von Müttern und Säuglingen zu tun haben. Seine Mahnung, die er mehrmals wiederholt: Steht