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Dieser Band öffnet eine neue Tür zu einer Anwendung der Objektbeziehungstheorie in der Psychosomatik. Allen Beiträgen ist eine Denkfigur gemeinsam: In das Verhältnis zum eigenen Körper trägt sich das Verhältnis zur Mutter ein, der eigene Körper kann als »böse« und verfolgende Mutter erlebt werden, von der man sich befreien muß; der Körper kann aber auch bemuttert werden, dann ist er der Säugling — an dem eine nun »gute« Mutter nachzuholen versucht, was eine reale Mutter unterließ. Daß dabei das eigene Selbst zu dem der Mutter wird, ist der Preis, den die ursprüngliche Beschädigung immer wieder fordert. Zwischen beiden Verhältnissen kann changiert werden.
In einem ersten Überblick schließt der Herausgeber die Thematik des eigenen Körpers an die psychoanalytische Tradition an und geht dann auf die Frage ein, ob der eigene Körper ein »Übergangsobjekt« sein könnte. Er kann oszillierend als Mutter und als Säugling zugleich erlebt werden, und Hirsch diskutiert, ob dieses Verhältnis zum eigenen Körper eine rudimentäre Form früher Triangulierung darstellt. Das kann auch für Teile des Körpers wie Haare oder Fingernägel gelten — eine Sichtweise, die ein ganz neues Verständnis mancher Symptombildungen erschließt. Plassmann und Sachsse führen diesen Gedanken weiter zu einem objektbeziehungstheoretischen Verständnis der artifiziellen Erkrankungen und der Selbstbeschädigungen der Haut. Immer wieder stoßen sie darauf, daß solche Patienten als Kinder von ihren Müttern gleichsam instrumentell, wie unbelebte Objekte behandelt worden sind, daß auch ihr sexuell inzestuöser Mißbrauch, zum Teil unter Gewaltanwendung, die Regel ist und daß demnach ihre Symptome als eine Art »Beseelung« des Körpers aufzufassen wären. Weil in ihrem Körper nicht die eigene, sondern die mütterliche Seele lebt — geduldet nur als Verlängerung des mütterlichen Phantasmas —, werden sie zu »Komplizen ihrer Eltern im Mißbrauch des eigenen Körpers« (S. 140), im Körper bilden sich »tote Zonen«. Die Selbstverletzung re