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Als George H. Pollock Therese Benedek fragte, was sie sich — abgesehen von einem Kuchen mit 85 Kerzen — zu ihrem 85. Geburtstag wünsche, sei sie rot geworden und habe mit ruhigem Lächeln geantwortet, daß ein Beitrag zu ihrem Research Fund das allerbeste Geschenk wäre. Denn »Forschung [-] war für sie ihre Art zu leben« (S. 45).
Therese Benedek gilt als eine jener großen Vertreterinnen der Psychoanalyse, die in den 20er und 30er Jahren ihren Platz in der psychoanalytischen Bewegung fanden. Mit einem enormen Arbeitseifer bewältigte sie über Jahrzehnte hinweg erfolgreich die ihr gestellten und die von ihr selbst in Angriff genommenen Aufgaben als Lehranalytikerin, als Supervisorin sowie als Dozentin und Funktionärin in psychoanalytischen Organisationen. Sie verstand sich als Forscherin, als eine jener Fachkräfte in der Psychoanalyse, die mit Hingabe und eigenen Ideen die Behauptung Freuds, die Psychoanalyse sei eine Wissenschaft, belegten.
Das Leben dieser gebürtigen Ungarin, die Anfang der 20er Jahre die deutsche und Anfang der 40er Jahre die amerikanische Staatsbürgerschaft erlangte, war nach Weidemann in keiner Weise spektakulär. Obwohl verheiratet und Mutter von zwei Kindern, tritt Benedek in der vorliegenden Schrift vor allem als eine Workoholic in Erscheinung, schon gewillt, sich immer wieder an gesellschaftlichen Veranstaltungen zu beteiligen und Reisen mit ihrem Mann anzutreten, doch letztlich weitaus am glücklichsten bei ihrer Arbeit als Psychoanalytikerin. Insofern ist die Darstellung dieses Lebens z.B. im Vergleich zur Biographie Melanie Kleins von Phyllis Grosskurth ohne besondere Höhepunkte. In Benedek lernen wir eine Art psychoanalytische Nonne kennen, in Klein, aus der Sicht Grosskurths, eine Hexe oder eine Dame, die nicht fürs Feuer war, um den Titel des im Jahre 1947 uraufgeführten, international berühmten Theaterstücks von Christopher Fry zu gebrauchen.
Die Punkte im Werk von Benedek, die mit »weiblicher Sexualität«, der »Sexualität des Mannes«, dem »tief