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Die Autoren werten die Ergebnisse der Prognos-Studie und einer Umfrage bei den Mitgliedern der DPV aus, deren Ziel es ist zu ermitteln, in welchem Umfang sie Psychoanalyse bzw. Psychotherapie ausüben. Psychoanalyse wird definiert als hochfrequente Einzeltherapie mit vier Stunden pro Woche. Diese Analyse bilde, so die Autoren, den »Identitätskern« der DPV (S. 206), sie repräsentiere das, was Freud 1919 die »strenge, tendenzlose Psychoanalyse« genannt habe.
Das Ergebnis der Umfrage mildere das »Aufschrecken« (S. 204), das die DGPPT-Umfrage (Prognos-Studie) bei den DPV-Mitgliedern ausgelöst habe, so die Autoren, nach der nur 7,1% aller Patienten mit vierstündiger analytischer Einzeltherapie behandelt werden. Sie ermittele, daß der Anteil der vierstündigen Analysen, den DPV-Mitglieder erbringen, größer sei als der Anteil, den die Prognos-Studie ausweise. Dieses Ergebnis kann aber den Schrecken nur wenig verringern, denn: »Die mit einer Frequenz von zwei Wochenstunden oder weniger behandelten Patienten stellen das Gros (62%) aller in Einzeltherapie [von DPV-Mitgliedern] behandelten Patienten« (S. 208).
Ein zweites Ergebnis ist, daß die Zahl der von DPV-Mitgliedern ausgeführten Analysen, die über die 300-Stunden-Grenze der Richtlinienpsychotherapie hinausgehen, weit größer ist als die in der Prognos-Studie. »Der Mittelwert einer über 300 Stunden hinaus geführten Behandlung dürfte etwa bei 520 Stunden liegen« (S. 211).
Einschränkend ist hierzu festzustellen, daß die Zahl der DPV-Mitglieder, die vierstündige Analysen machen, die über 300 Stunden hinausgehen, sehr klein ist. Bei der Zahl von 520 Stunden ist zu bedenken, daß die Analysen von jüngeren Kollegen, die ihre Ausbildungsfälle noch nicht abgeschlossen haben, in diese Rechnung mit eingegangen sind. Wie die Kolloquien zeigen (siehe ), liegt die durchschnittliche Dauer der Kolloquiumsfälle bei 463 Stunden. Da sie häufig noch weitergeführt werden, gibt der jetzt Mitglied gewordene Kandidat Zahlen an,