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»Herr Gidal versichert, niemand mit seiner Kamera zu belästigen, und bittet seinerseits, ihn nicht durch Posieren zu belästigen (Heiterkeit im Saal).« Mit dieser Ermahnung amüsierte Ernest Jones seine Zuhörerschaft, als er am 27. August 1934 in Luzern den 13. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß eröffnete. Tim N. Gidal, gerade fünfundzwanzigjährig, hatte unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Hochschulpolitik der Universität München bereits im Mai 1933 den Rücken gekehrt und studierte nun in Basel Geschichte, Kunstgeschichte und Nationalökonomie. Heinrich Meng, der als Sozialdemokrat ebenfalls 1933 aus Deutschland emigriert war, um sich in Basel niederzulassen, verwandte sich bei Jones für den jungen Fotografen, zu dessen Gunsten es wohl sprach, daß er »von den Themen und Methoden der psychoanalytischen Therapie und von den Inhalten der Referate so gut wie nichts verstand«. Immerhin war es das erste Mal, daß ein Fotograf sein Handwerk auf einem psychoanalytischen Kongreß ausüben durfte, und Freud selbst vermochte sich unter der Ausbeute dieser Arbeit nur Bilder vorzustellen »von zumeist häßlichen Leuten, von denen ich auch die Hälfte überhaupt nicht kenne, während eine beträchtliche Anzahl von mir nichts wissen will«: eine »ästhetische Ungeheuerlichkeit«, vor deren Anblick man ihn verschonen möge!
Zum Glück legte Freud sein Veto zu spät ein. 400 Fotos nahm Gidal während des fünftägigen Kongresses auf, von denen der vorliegende Band 150 präsentiert: Aufnahmen, die während der Vorträge entstanden sind, Gesprächs- und Diskussionsszenen im Foyer der Kongreßhalle, im Restaurant (gäbe es von Paul Federn einzig das Foto, auf dem er seinen kahlen Schädel über die Kaffeetasse beugt, hätte sein Sohn Ernst sich wohl kaum, wie Volker Friedrich anmerkt, zu einem Vergleich des Vaters mit Hagen von Tronje veranlaßt gesehen), Fotos von Spaziergängen und von der Rundfahrt auf dem Vierwaldstätter See, dessen »fröhliche Familienausflugsstimmung« Tim Gidal zufolge nur durc