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Dies ist ein faszinierendes, aufregendes Buch — historisch, doch höchst aktuell, philosophisch, doch direkt relevant für die psychotherapeutische Praxis, leidenschaftlich und fesselnd, doch solide und wissenschaftlich fundiert. Die großen Gegensätze und Konflikte, die die heutige psychoanalytische Diskussion und die innere Erfahrung der meisten von uns bestimmen, erweisen sich plötzlich als vorgestaltet und dramatisch repräsentiert durch die zwei großen Gründergestalten Freud und Ferenczi und die beiden von ihnen herrührenden offiziellen Traditionen — der »klassischen«, intrapsychisch orientierten, wie sie namentlich von Anna Freud und der amerikanischen Ich-Psychologie geprägt wurde, und der Zwei-Personen-Psychologie, wie sie besonders von Michael Balint formuliert wurde. Bei der historischen Ergründung hatte André Haynal, Professor an der Universität Genf, nicht allein den Vorteil, in allen relevanten Sprachen, namentlich auch dem Ungarischen, zu Hause zu sein, also alle historischen Manuskripte im Original lesen zu können, sondern selbst dem Komitee für die Herausgabe der Korrespondenz Ferenczi-Freud anzugehören und direkten Zugang zum Balint-Archiv mit dessen Reichtum an unpublizierten Manuskripten und Briefwechseln zu besitzen.
Im Geleitwort, das Daniel Stern für die englische Ausgabe schrieb, heißt es zu Recht, daß Haynal die vollen Implikationen der Kontroverse zwischen Freud und Ferenczi beschreibe, und wie diese Spaltung die auch heute aktuellsten Fragen der Psychoanalyse treffe: Betonung der Technik gegenüber der Metapsychologie, direkte Erfahrung gegenüber Einsicht, Verlauf (process) gegenüber Inhalt, die Subjektivität des Patienten gegenüber der »wissenschaftlichen« Theorie, Empathie gegenüber Deutung, Ein-Personen-Psychologie gegenüber Zwei-Personen-Psychologie, die Patienten-Therapeuten-Dyade, Übertragung und Gegenübertragung und die »wirkliche« Beziehung (the »real« relationship) (S. XIII).
»Bei Freud weisen die mit der Technik verbundenen Probleme eine