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»Das Grundproblem einer sozialwissenschaftlich gewendeten Psychoanalyse besteht darin, ihre vorzügliche Erkenntnis- und Untersuchungsmethode in die möglichen Felder sozialwissenschaftlicher Forschung zu übertragen. Was die
Couch für die herkömmliche Empirie jenes Junktims von Heilen und Forschen, das die Psychoanalyse zunächst ist, verkörpert, das übernimmt eine angemessene Setting-Konstruktion einer sozialwissenschaftlich in Vorschlag gebrachten Psychoanalyse. Davon, daß die Probleme dieser Übertragung bei weitem nicht gelöst sind, möchten die Beiträge in diesem Band zeugen« (S. 8).
Mit dieser selbstkritischen Bemerkung leitet Robert Heim, vom Psychoanalytischen Seminar Zürich, einen Sammelband zum Thema ein, der ebenso disparat ist wie die Frage nach einer wissenschaftlich fundierten psychoanalytischen Sozialpsychologie.
Kritik am »Medicozentrismus« der Psychoanalyse, das Befürworten der Laienanalyse stehen am Anfang des Bandes. Thomas Leithäuser berichtet in dem Zusammenhang von einem Experiment: Er bat eine Reihe von Psychoanalytikern, den »Homo Faber« von Max Frisch zu diagnostizieren und einen entsprechenden Behandlungsplan zu erstellen. In einem folgenden gemeinsamen Seminargespräch wurde Leithäuser von diesen Analytikern kritisiert, da seine Methode der Erforschung sozialer und unbewußter Aspekte dieses Romans offensichtlich als unbefriedigend eingeschätzt wurde. Statt nun die Argumente zu erörtern, um daran die Pobleme einer analytischen Sozialforschung aufzuzeigen, wird aus der Mottenkiste anti-psychoanalytischer, oder besser: anti-klinischer Vorurteile noch das unhaltbarste Argument gezaubert. Bereits die Diagnosenstellung gerät danach in den Verdacht, einen Patienten festzuschreiben, und wenn ein Psychoanalytiker gar nach achtzig Analysestunden seine Anfangsdiagnose bestätigt sieht, dann muß man sich — so Leithäuser — »fragen, was denn in diesen achtzig Analysestunden stattgefunden hat, wenn die Diagnose der psychischen Erkrankung des Patienten nach wie