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Als Adorno, Horkheimer und andere Mitglieder des Frankfurter Instituts für Sozialforschung im amerikanischen Exil ihre theoretische Arbeit fortsetzten, stellte sich ihnen rasch die Frage nach den Adressaten ihres Denkens und Schreibens. Verschärft wurde dieses Problem noch durch ihre z.B. in der Dialektik der Aufklärung niedergelegten Zweifel an der Kraft des philosophischen Denkens und an dem Wert und Ziel wissenschaftlicher Arbeit, die im gegenwärtigen Zusammenbruch der bürgerlichen Zivilisation in eine neue Art Barbarei anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand hineinzuführen schien. Damals wurde der Begriff »Flaschenpost«, von der man nicht weiß, wann, wo und bei wem sie ankommt, geprägt. »Flaschenpost« wurde auch zum Titel dieses Bandes mit neun Beiträgen zur »Dialektik der Aufklärung« und anderen mit dieser zusammenhängenden geschichtsphilosophischen Thesen der Frankfurter Schule. Gemeinsam ist allen Beiträgen, daß sie gegen die in der »Dialektik der Aufklärung« mit großem Aufwand konstruierte Logik des Zerfalls anschreiben, ansonsten haben sie keine einheitliche Position. So verständlich der Pessimismus von Horkheimer und Adorno bei der Abfassung dieses Buches gewesen sein mag, so wenig können wir diesen uns heute zu eigen machen. Dieser Pessimismus — an ästhetischen Kategorien entwickelt — wird in der Analyse der Massenkultur besonders deutlich. M. Seel zeigt, daß die Kritik an der amerikanischen Kultur, die Unterscheidung in hohe Kunst und ästhetische Barbarei des Massenkonsums, einer restaurativen Tendenz entspringt. Geyer-Ryan und H. Lethen konfrontieren die Interpretation der Odyssee als Herausbildung des männlichen, rational bürgerlichen Charakters, der um der Zukunft willen das Leben dispensiert, mit anderen der Odyssee eingeschriebenen Tendenzen, indem sie die Odyssee als »Dekonstruktion« des im Kampfe um Troja entstandenen »Kampfapparates« Mensch und seine »Rückmodellierung in einen Mann« nachzuweisen suchen