You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Marshall Edelson, Professor für Psychiatrie und praktizierender Psychoanalytiker ist durch die Bücher »Language and Interpretation in Psychoanalysis« (1975) und »Hypothesis and Evidence in Psychoanalysis« (1984) bekannt geworden. In letzterem hatte er eine vielbeachtete, wissenschaftstheoretisch kenntnisreiche Gegenposition zu Adolf Grünbaum bezogen.
Mit dieser neuen Arbeit strebt Edelson wiederum eine Klärung der Krise der Psychoanalyse als Wissenschaft an, einer Krise, die daraus entstanden ist, daß man nicht weiß, wie die von Freud behauptete Ursache von Neurosen retrospektiv zu ermitteln und wie die Theorie zu validieren ist. Obwohl Edelson keineswegs mit Kritik an der Psychoanalyse spart, die seiner Meinung nach trotz der Entwicklung vieler neuer Modelle weder einen Fortschritt in der Theoriebildung noch eine Überprüfung ihrer Hypothesen vorgenommen hat, kommt er doch als Praktiker, anders als die philosophischen Kritiker, zu dem Schluß, daß die klinische Situation unter bestimmten Voraussetzungen eine Überprüfung der kausalen Hypothesen zuläßt. In dem hier zu besprechenden Buch greift Edelson auf den sogenannten praktischen Syllogismus zurück, bei dem die Handlung unter Einbeziehung der Intention des Handelnden kausal begründet wird. Leider macht Edelson dem Leser die Lektüre nicht leicht. Die Zusammenstellung bereits veröffentlichter, in sich abgeschlossener Arbeiten bringt zahlreiche Wiederholungen mit sich. Zehn Kapitel wurden übernommen, nur fünf sind neu. Man wünscht sich Edelsons interessante Kritiken kürzer dargestellt, auf relevante Aussagen zur Grünbaum-Debatte konzentriert.
Kann das von Edelson vorgeschlagene Modell des praktischen Syllogismus den Konflikt zwischen Hermeneutik und Empirismus lösen, die von ihm beklagte wissenschaftliche Stagnation beheben? Psychoanalyse ist für Edelson keine allgemeine Psychologie, sondern eine Wissenschaft der Imagination und der symbolischen Operationen. Sie macht Aussagen über die kausale Effektivität unbewußter Pha