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Freud hat zeitlebens eine Helferrolle der Philosophie bei der Geburt der Psychoanalyse abgestritten. Zu sehr erschien ihm diese. als Erfahrungswissenschaft und jene als ungedeckte Spekulation. Aber weder hat Freuds Selbstverständnis geholfen, der Psychoanalyse einen anerkannten Platz unter den Wissenschaften zu sichern, noch haben Philosophen sich davon abhalten lassen, Denkfiguren, Begriffe und Aporien der vorgeblichen Wissenschaft vom Unbewußten zu untersuchen, in die geistesgeschichtliche Tradition einzuordnen oder produktiv weiterzuverwenden. In den 14 Aufsätzen, die im nun vorliegenden dritten Band der Wiener Reihe zu Themen der Philosophie versammelt sind, kommen die zwei Parteien, Freud und die Philosophen, so zu Wort, daß man fasziniert vieler wechselseitiger Lernmöglichkeiten gewahr wird. Nur fünf der vierzehn Autoren sind Tiefenpsychologen, darunter allerdings so namhafte wie Jean Laplanche und Alfred Lorenzer. Obwohl also der Schwerpunkt der Beiträge auf der Freud-Rezeption der Philosophen liegt, werden gerade Psychoanalytiker ohne professionsbedingte Scheuklappen viel Interessantes in dem Band finden. Wer etwa an der durch Grünbaum angestoßenen wissenschaftstheoretischen Diskussion um den empirischen Status der Psychoanalyse interessiert ist, wird nicht umhin können, sich mit der neuerlichen, ebenso subtilen wie grundsätzlichen Kritik auseinanderzusetzen, die Grünbaum in seinem (in englischer Sprache belassenen) Beitrag vorträgt: »The Role of the Case Study Method« ist zwei von Freuds bedeutenderen Fallstudien gewidmet, dem »Rattenmann« und dem »Wolfsmann«, und untersucht Freuds Kausalargumentationen anhand dieser Fälle. Dabei exponiert Grünbaum die Fallstricke einer Art von Fehlschluß, die er »thematic affinity fallacy« nennt, nämlich (unberechtigterweise) allein vom Vorliegen thematischen Zusammenhangs auf kausalen Zusammenhang zu schließen. Und tatsächlich scheinen Darstellungen psychoanalytischen fallbezogenen Denkens häufig derartigen Fehlschlüssen