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Durch die gesamte Geschichte des Abendlandes hindurch, von dem Augenblick an, da sich der Logos zu formieren beginnt, ist der Traum und das Träumen für Philosophen, Dichter und Künstler ein besonderer Gegenstand der Auseinandersetzung. Stimulus aller Reden und Theorien über den Traum — in Heises Terminologie: der Traumdiskurse — war und bleibt eine fundamentale Irritation des wachen Bewußtseins, dabei sind es, so Heise, »nicht die Trennungen, die das Wissen beunruhigen, sondern die Gemeinsamkeiten, in denen der Traum dem wachen Bewußtsein nahe ist«, trotz der scheinbaren Irrealität und Absurdidät. Und schon in den frühesten Reflexionen vermutete man im Eigentümlichen des Traums »das Besondere einer authentischen Erfahrung oder eines privilegierten Wissens.«
Jens Heise wählte für seine ambitionierten philosophischen Studien aus der Vielzahl solcher historischen Traumdiskurse fünf, für ihn besonders markante Reden über den Traum aus, die er in seinem Buch ausführlich analysiert. Seine hermeneutische Prämisse ist es, die historischen Traumdiskurse in ihrer engen Korrespondenz zur abendländischen Geschichte der Innerlichkeit und Rationalität zu lesen. Alle Anstrengungen zur Reflexion der Bedeutung des Traums seien dabei immer schon verbunden mit der Bemühung zur Selbstdeutung des Menschen.